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Eine Nacht in Sao Paulo


Bild & Bericht -> Hafetschutter

Morgen spielt die Schweiz an der WM gegen Brasilien. Unentschieden ist die Bilanz gegen den 5-fachen Weltmeister. Denn im einzigen WM-Spiel zwischen diesen beiden Teams trotzten die Schweizer 1950 dem haushohen Favoriten und Gastgeber ein 2:2 ab. Vielleicht, ja vielleicht hätten die Schweizer vor 68 Jahren Brasilien geschlagen, wenn der Kreuzlinger Walter „Bega“ Beerli nicht in der Nacht zuvor die Bars von Sao Paulo erkundet hätte. Wann kommt man Anfang der 1950er-Jahre schon nach Südamerika?

Wirklich wahr? Ja, Walter Beerli war nach Marcel Sandoz (1934) der zweite Kreuzlinger welcher das Nationaltrikot überstreifen durfte – und zwar im letzten Testspiel vor der WM, am 11. Juni 1950 in Bern gegen Jugoslawien (0:4). Lohn seiner Leistung, Nati-Coach Andreoli nahm den damals bei YB spielenden Beerli mit zur WM nach Südamerika. Beerli, hinter den Star-Stürmern Antenen, Bickel und Fatton mit wenig Einsatzchancen, setzt seine Prioritäten in Brasilien anders und wird von Andreoli für den Rest der WM gesperrt – nie wieder wird er für die Rotjacken auflaufen.

Auf die Saison 1951/1952 kehrt WM-Fahrer Beerli zu seinem Heimatverein FC Kreuzlingen zurück. Für die Grün-Weissen spielte er bereits als Junior und von 1945 bis 1948 in der 1. Mannschaft (Foto oben als FCK-Junior kniend in der Mitte). Die mittelmässige 2.-Liga-Mannschaft gewinnt mit Beerli sofort die Meisterschaft, kann sich aber in den Aufstiegsspielen gegen Oerlikon und Küsnacht nicht durchsetzen.

Ein Coup gelingt Walter Beerli aber noch, 1960 steht er mit dem FC Luzern im Cup-Finale.  Am Abend zuvor sitzt er mit den Luzernern Cerrutti und Hahn am Pokertisch, Rudi Gutendorf lässt sie gewähren. Beerli dankte es am Spieltag mit einer Glanzleistung, der FC Luzern gewinnt den Schweizer Cup. Doch noch ein später Höhepunkt seiner Karriere, 10 Jahre nach Sao Paulo.

Die ganze Geschichte von Walter Beerli ist nachzulesen im Grenzstadtkurier Nr. 11.